Roadtrip at it´s best - Ronny´s Sex Shop und Route 62



Nur am Hotelpool liegen ist uns im Urlaub echt zu wenig, deshalb lieben wir Roadtrips. Es gibt wohl kaum einen spannenderen Weg Land und Leute zu erkunden, sich abseits der Touristenpfade zu bewegen und die ein oder andere Besonderheit zu entdecken.

Und was den Amerikanern die Route 66 ist, ist in Südafrika die Route 62 und diese wollten wir uns auf gar keinen Fall entgehen lassen. Sie ist landschaftlich eingebettet in majestätische Berge, malerische Pässe, hoch aufragende Felsen, kristallklare Bäche und einer Fülle von Weinbergen und Obstgärten. Am Rande der Strecke bieten sich eine Vielzahl von Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.

Eine davon ist "Ronnys Sex Shop". Wir waren eigentlich schon dran vorbei gesteuert, als mir die Geschichte dazu wieder brandheiß einfiel. Also mit beiden Füßen hart auf die Bremse getreten, das Lenkrad rumgerissen und mit quietschenden Reifen genau dahin gesteuert. Sehr zur Verwunderung meines Beifahrers.

Und ganz nebenbei bemerkt, hatte ich sehr viel Freude an diesem Manöver. Zwar muss man sich auch in Südafrika an Verkehrsregeln halten, aber wo niemand ist, kann man auch niemanden stören!

"Warum zur Hölle fahren wir zu ’nem Sexshop mitten im Niemandsland?" - höre ich mein Gegenüber fragen.

Ich grinse über beide Ohren. "Das ist kein richtiger Sexshop. Als Ronny damals in diese Gegend kam, wollte er eigentlich einen Farm Shop eröffnen. Seine Kumpel haben ihm ´nen Streich gespielt und neben Ronnys Shop einfach noch das Wort "Sex" gepinselt. Das hier ist ein ganz besonderer Pup!"

Die weite, einsame Gegend, die kerzengerade Straße, die karge Vegetation und mittendrin eine Kneipe. Das alles erinnert eher an ein Biker-Lokal irgendwo zwischen Texas und Arizona.

Vorm Pub steht ein alter verrosteter Traktor, der wohl als Relikt zurück geblieben ist und als Symbol für die ursprüngliche Idee steht, hier Gemüse und Früchte verkaufen zu wollen.

Wir sind gespannt, was uns im Pub erwartet. Denn Ronny sammelt nämlich ganz besondere Trophäen. Von der Decke hängen hunderte BHs, in allen Farben, in allen Körbchengrößen und mit und ohne Polster. Staunend wandeln wir durch die Räume. Jeder, der hier einkehrt, hinterlässt etwas. Die Wände sind mit Visitenkarten tapeziert. Adressen von überall aus der Welt, von Menschen mit den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern und Berufen.

Wir löschen unseren Durst mit einem kühlenden Bier am Tresen, während wir all die Hinterlassenschaften betrachten. BHs aus München, Caps aus Amerika, Flaggen aus Brasilien, verwaiste Teddybären und heiße Höschen. Für uns steht fest der Pub ist absoluter Kult! Er hat Staub, Geschichte und genau den gelassenen Bikerflair, den man hier auch erwartet.

Denn etwas, was die Cape Route 62 neben ihrem landschaftlichem Reiz wirklich zu etwas Besonderem macht, ist die Weite und die friedliche Stille die sie umgibt. Außer natürlich ich komme vorbei und bremse für ein kühles Bier.


11.2.13 14:34

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